Üppig, fulminant, extrem: Drei Worte, die unser Jahr 2025 zusammenfassen. Expert:innen unseres Teams waren ganz vorne mit dabei, als in Österreich eine AI Factory aus dem Nichts hochgezogen wurde; wir haben rund 50 Trainings für (angehende) HPC-Profis abgehalten und hatten rund 40 Meetings mit HPC- und KI-interessierten Start-ups und KMU.
EuroCC startete als führendes HPC-Projekt in Europa und nahm spätestens 2024 volle Fahrt auf Richtung künstlicher Intelligenz (KI). Wir wickelten immer mehr Projekte rund um KI ab, und es war nur logisch, dass sich daraus ein unabhängiges Projekt entwickelt hat. Mit der Ausschreibung der AI Factorys setzte die EU 2025 den ersten KI-Meilenstein: Am 12. März erhielt Österreich den Zuschlag für eine von derzeit 13 AI Factorys in Europa.
Der Bewerbungsprozess verlief außergewöhnlich schnell: Ende 2024 erfuhren wir von der Ausschreibung, daraufhin arbeitete ein eingeschworenes Team aus KI-Expert:innen einen Monat lang unter Volldampf an der Bewerbung – Weihnachten inklusive –, und reichte die Dokumente im Jänner ein.
Nur wenige Wochen später stand fest: Österreich bekommt eine AI Factory! Klar, dass die Arbeit danach erst so richtig begann. Seit Oktober ist AI:AT operativ tätig und wir sind weiterhin eng mit ihr verbunden. Während sich AI:AT auf die Unterstützung KI-getriebener Anwendungsfälle konzentriert, legt EuroCC Austria einen stärkeren Schwerpunkt auf die Unterstützung von Forschenden und Unternehmen bei klassischen HPC-Workloads, wie etwa großskaligen Simulationen und numerischer Modellierung.
Unsere große Stärke ist das HPC-Know-how, das Claudia Blaas-Schenner und ihr Team seit jeher sehr erfolgreich in die Welt tragen. 2025 haben interne und externe Trainer:innen ca. 40 Kurse und Webinare abgehalten, und damit das Wissen von rund 800 Menschen erweitert. Alle EuroCC-Trainings sind kostenlos für europäische Unternehmen, Forscher:innen und Mitarbeitende in der öffentlichen Verwaltung.
Was waren unsere Themen? KI, ganz klar. Natürlich ging es auch um die Ur-Themen des High-Performance Computing: MPI, Parallelisierung, Linux Command Line, CUDA, Python oder C++.
Übrigens: Die ersten Trainings für 2026 stehen schon und drehen sich um künstliche Intelligenz. Veranstalter sind die AI Factory Austria und Austrian Scientific Computing (ASC). Zur Übersicht.
Auch heuer durften wir einzigartige Forscher:innen sowie Start-ups und deren Gründer:innen mit HPC-Infrastruktur und -Beratung unterstützen. Die Geschichten über ihre Visionen, Herausforderungen und Lösungen haben wir in mehreren Success Storys erzählt:
KI erneuert die Forschungsmatrix der TU Wien
Wie aktualisiert man die Forschungsschwerpunkte einer Universität, wenn sich die Wissenschaft ständig weiterentwickelt? Mit Hilfe eines schlauen Kopfes (AI-Berater Thomas Haschka), des nagelneuen High-Performance-Computing-Systems MUSICA und künstlicher Intelligenz. Das so entstandene Tool ist die Basis der neuen Forschungsstrategie der TU Wien.
Wie ein Start-up die Nuklearbranche neu denkt
Wer ein Kernkraftwerk bauen will, muss komplexen Regularien gerecht werden, was viel Zeit und Geld kostet. Um Fachkräfte zu entlasten, hat das italienische Start-up CAELUS das weltweit erste KI-Modell trainiert, das administrative und regulatorische Aufgaben übernimmt.
Wiener Start-up entwickelt neues KI-Tool für Musikproduktion
Das Wiener Start-up Beat Shaper hat ein KI-Tool für elektronische Musik entwickelt, mit dem sich nicht nur fertige Songs generieren lassen, sondern auch editierbare Projektdaten, die sonst kein Anbieter liefert. Sämtliche Trainingsdaten sind lizenziert, was das Tool zu einer rechtlich wasserdichten Option macht.
Weniger CO₂ in der Schifffahrt: Griechisches Start-up revolutioniert die maritime Wettervorhersage
Das griechische Start-up AlongRoute hat mit Hilfe von EuroCC Austria ein KI-Modell für das Mittelmeer entwickelt, das bisherige Wettervorhersagemodelle in den Schatten stellt und hilft, sowohl Budgets als auch die Umwelt zu schützen.
Wie KI das Verhalten von Zellen vorhersagt
Das Wiener Biotech-Unternehmen Myllia trainier auf dem EuroCC-Supercomputer Leonardo ein KI-Modell, das die Forschung revolutionieren könnte, indem das Team mit künstlicher Intelligenz vorhersagt, wie eine Zelle auf Veränderungen reagiert. Die ersten Ergebnisse sind beeindruckend.
Supercomputer entpuppt sich als perfektes Domizil für Schmetterlinge
Schmetterlinge sind wichtige Indikatoren für biologische Vielfalt - sie von Expert:innen klassifizieren zu lassen ist jedoch sehr aufwändig. Mit dem Innsbrucker Supercomputer und einem neuen Machine-Learning-Modell gelang es kürzlich, die Arten mit 97-prozentiger Genauigkeit zu bestimmen.
Durch die Kooperation mit der Vienna Data Science Group konnten wir unser Netzwerk vor allem im Bereich künstliche Intelligenz ausbauen und unsere HPC-Expertise unter die Leute bringen. Im April luden wir gemeinsam mit unseren slowenischen Kolleg:innen zum jährlichen Austrian-Slovenian HPC Meeting (ASHPC), das 140 Teilnehmer:innen aus zehn Ländern in Slowenien zusammenbrachte. Von 19. bis 22. Mai fanden fünf Keynotes, 47 Vorträge, eine Poster-Session, ein ASC-User-Meeting und zwei Round Tables statt.
Vernetzung in der Branche ist alles, daher waren HPC-Expert:innen unseres Teams dieses Jahr auch zu Gast beim EuroHPC Summit (18.-20.3.25, Krakau), dem Digital Europe Day (10.4.25, Wien), der Konferenz AI for Science (22.9.-26.9.25, Ljubljana), den EuroHPC User Days (30.9.-1.10.25, Kopenhagen) und den Sling Days (19.-20.11.26, Ljubljana).
Besonders wichtig ist uns das Fördern junger, weiblicher HPC-Talente. Daher unterstützen wir die globale Initiative Women in High-Performance Computing, u. a. durch Kommunikationsmaßnahmen wie die Vorstellung des neu gegründeten Eastern European Chapters von WHPC in unserem Blog. Die Arbeit von WHPC findet in der Community immer mehr Anerkennung, wie auch die WHPC-Poster-Session im Rahmen der ISC High Performance zeigt.
Unser Dank gilt unserer Förderstelle auf EU-Ebene, dem EuroHPC Joint Undertaking (EuroHPC JU), und gleichermaßen den nationalen Fördergebern Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Weiters danken wir unseren Partnern Advanced Computing Austria (ACA), Universität Wien, TU Wien, BOKU University, INiTS | Vienna’s High-Tech Incubator und dem engagierten Team von Austrian Scientific Computing (ASC), das Österreichs Supercomputer betreibt.
Unser Fokus liegt 2026 weiterhin darauf, Unternehmen, Forscher:innen und öffentliche Institutionen bei der Nutzung von High-Performance Computing für vielfältige Anwendungsbereiche zu unterstützen. Und so bieten wir auch im kommenden Jahr Beratung, Projektunterstützung und Trainings zum Thema HPC an.
Die ersten Trainings für 2026 stehen schon. Unser Programm wird laufend aktualisiert, schauen Sie rein: https://events.asc.ac.at.
Die Anmeldung zum Austrian-Slovenian HPC Meeting 2026 ist ab 12. Jänner hier möglich. Abstracts können hier bereits jetzt eingereicht werden.
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Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches neues Jahr!